Indien 2012: Eva, Nömi, Alfi und Adrian

Samstag 7. Juli 2012: Flug von Frankfurt nach Chennai

Liebe Nina,

Wir hoffen, Dir geht es gut in Solothurn... und hoffentlich habt ihr auch so schön warm wie wir (ca. 30 Grad). Wir sind nun gut in Chennai angekommen und sind bereits weiter mit dem Bus nach Mamallapuram nach Süden gefahren. Fast hätten wir aber den Flug nicht nehmen können, weil dieser überbucht war, d.h. Lufthansa hatte mehr Fahrkarten als Sitzplätze verkauft. Wir wurden in Frankfurt schon auf einen späteren Flug über Mumbai umgebucht.... doch weil dann in allerletzter Minute eine Indische Familie das Flugzeug nicht gefunden hat... konnten wir doch in allerletzter Minute in das vorgesehene Flugzeug direkt nach Chennai steigen.

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In Chennai sind wir um Mitternacht nach über neun Stunden Flug angekommen. Am Flughafen mussten wir erst an all den vielen Taxi- und Rikschafahrer vorbeikommen... bis wir dann endlich einen Bus fanden, der uns mit Vollgas in die Stadt zum Hotel brachte. Dort halfen uns die Einheimischen beim Wecken des Hoteliers... der um 2h morgens im Tiefschlaf war (obwohl wir unsere späte Ankunft angemeldet hatten). Ein altes Männlein machte uns schliesslich auf und brachte uns zu unserem Zimmer.

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Sonntag 8. Juli 2012: Reise nach Mamallapuram

Die Leute sind sehr nett und hilfsbereit und machen einen witzigen aber schwer zu verstehenden Kopftanz... Die Kommunikation ist nicht immer sehr einfach, weil die meisten Einheimischen eine seltsame Englische Aussprache haben... Heute mussten wir auf der Strecke den Bus wechseln, weil der erste Bus einen Defekt am Motor hatte. Während dem Umsteigen haben wir eine Kokosnuss getrunken. Die Leute des Busses haben uns geholfen, einen zweiten Bus direkt nach Mamallapuram zu finden...
Heute Nachmittag war noch nichts mit Tempelbesichtigungen.... das haben wir auf morgen verschoben. Dafür wissen wir, dass der seltsame "Kopftanz" so etwas wie Zustimmung oder OK bedeutet... und wir wissen auch, dass Krokodile ihre Lungen nach hinten verschieben, damit der Vorderteil abtauchen kann... und dass Krokodile mehrere Stunden unter Wasser bleiben können... und noch vieles mehr über diese schnusigen Panzerechsen.

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Kurz: Nachdem wir uns in der Uma-Lodge ein schönes Zimmer in Mamallapuram gemietet hatten, haben wir im Dorf einen Kiosk gesehen, welcher Mopeds vermietet... und schon hatten wir eines unter dem Arsch und sind mit diesem ca. 14 km nordwärts zur besagten Krokodilfarm mit über 1300 lebenden Krokodilen aller Art und allen Grössen gefahren. Als Höhepunkt konnten wir bei der Fütterung eines mindestens 5 m langem und 400 kg schweren australischen Meerwasserkrokodils namens George zusehen: Das Tier war so zahm, dass sich der begeisterter Wärter bis unmittelbar vor das Gebiss des Riesen gewagt hat (die beiden pflegen bereits eine jahrelange Beziehung).
Der Verkehr fliesst -wie in England- auf der anderen Seite als bei uns. Der schlechte Ruf des gefährlichen Verkehrs konnten wir nicht erkennen: Der Verkehr gehorcht zwar anderen Gesetzmässigkeiten als bei uns... ist aber auch viel langsamer. Anmerkung der Redaktion: Adrian fährt flink wie ein Inder.

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Anschliessend kehrten wir mit grossem Hunger zurück nach Mamallapuram und gingen an den unzähligen Läden und Essständen vorbei: Wir kauften uns ein paar typische Specksteinwindlichter und ein paar Ledersandalen für Eva. Dann gab es zur Vorspeise panierte Zwiebeln, Chillis und Eier an einem kleinen Essstand. Abendessen gabs in einem einheimischen Restaurant: Es gab Masala Dosa: Crepes mit Linsen-Kartoffelcurry gefüllt und einigen Saucen dazu, alles serviert auf einem Bananenblatt. Bisher hat sich das Essen als erstaunlich mild erwiesen. Evas langfristig angelegtes Chilli-Trainingsprogramm im Vorfeld der Reise konnte sie noch nicht wirklich nutzen, so eine Enttäuschung.
Nach einem kurzen Abstecher ans herrlich warme Meer freuten wir uns auf die erfrischende Dusche im Hotel.

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Morgen hat uns die Indischen Familie, welche uns das Moped leiht, spontan zum Znacht eingeladen. Wir sind auf morgen sehr gespannt... es wird uns bestimmt nicht langweilig.


Montag 9. Juli 2012: Mamallapuram

Spatziergang durch Mamalallapuram: Eva und ich kaufen noch vor dem Früstück je zwei paar handgemachte Ledersandalen. Ebenfalls vor dem Frühstück sichert sich Eva ein drittes paar Sandalen bei einem alten Männlein direkt am Strand.

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Dann gibt es Zmorge/Zmittag in einer Beiz im 1. Stock: Masala und Momos. Nach dem Geldwechseln kommen wir endlich zu unserem ersten Tempelbesuch: Der Shore-Tempel direkt am Strand wurde im 7 Jh n.Chr aus Granit erbaut. Doch der Tempel stand lange unter Wasser (vom Meer), weshalb die zahlreichen Skulpturen etwas erodiert sind. Dennoch ist es sehr eindrücklich, wie schon damals mit einfachen Mitteln derart hartes Gestein so kunstreich geformt werden konnte.

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Danach gingen wir unser Moped holen und sind damit südlich aus der Stadt gefahren. Nach ca. einem km erreichen wir die Five Ratha Tempel. Nachdem wir uns von einzelnen aufdringlichen Verkäufern losreissen konnten, besichtigen wir diese wahrhaft überwältigende Tempelanlage: Fünf grosse Tempel, jeweils aus einem Granitmonolithen gehaün, Dazwischen die Lebengsgrosse Figur eines Elefanten oder eines Stiers... und dazwischen eine ganze Schule von uniformierten Primarschülern.

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Anschliessend tuckerten wir weiter zu einem einsamen Sandstrand am Rand eines kleinen, vom Zunami im 2004 schwer getroffenen Fischerdorfs. Wunderschönes, Seichwarmes Meer mit mässig grossen aber tollen Wellen. Selbst das Wasser ist so warm, dass man beliebig lange drin baden könnte... die Frage dabei war es, mit der besten Welle mitzuschwimmen.

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Beim Zurückfahren entdecken wir einen grossen Park voller meist aus Monolithen gehaünen Tempel. Die Landschaft war geprägt von runden Granitblöcken (bei welchen wohl die Zeit gefehlt hat, sie auch noch in Tempel zu verwandeln...). Dann war höchste Zeit, unser Moped zurückzubringen.... eigentlich waren wir schon etwas spät... Die Besitzerin Mary des winzig kleinen Krämerladens, bei welchem wir das Moped ausgeliehen haben lud uns ein, um 18h vorbeizukommen. Somit hatten wir noch Zeit für eine kurze Dusche und unsere Schuhbestellungen abzuholen. Um 18h gehen wir wie abgemacht zu Mary, welche uns wie abgemacht zu sich nach Hause führte. Zu Hause empfing uns Ihr Mann Selvaraj, welcher gerade dabei war, das Hausdach aus Palmblättern zu reparieren. Er beschwerte sich nicht nur, dasss es hineinregnet, sondern auch über die anstehenden Reparaturkosten. Im kleinen, dunkeln Haus mit blaün Wänden wurde uns von Mary reichlich Tee und Kekse (Chrömli) serviert... sie erzählten uns vor allem über ihre Kinder und über die hohen Ausbildungskosten. Wir zeigten ihnen ein paar Fotos aus der Schweiz.... welche vor allem die 13-Jährige Tochter Dafaney sehr interessiert angeschaut hat. Die Familie hatte mit der Einladung klar die Absicht, dass wir sie finanziell unterstützen würden. Wir versuchten, ihnen mitzuteilen, dass wir auch fürs Geld arbeiten müssen. Am Schluss tauschten wir unsere Emailadressen aus... und verabschiedeten anschliessend (nach dem obligaten Gruppenfoto).

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Mary begleitete uns mit einem zwischenstopp in einer christlichen Kirche... während Evas Blase vom Tee zu bersten drohte. Auf der anderen Strassenseite war grad ein Muhezin am muhen, während wir uns auf den Heimweg machten. Eva musste anschliessend sofort stundenlang pillern... Anschliessend Nachtessen im Jamaica-Restaurant (Touri-schuppen), wo wir einen deutschsprechenden Tamilen treffen.... der uns überzeugt hat, in dieses Restaurant zu gehen.


Dienstag 10. Juli 2012: Von Mamallapuram nach Trichy

Am Morgen suchen wir noch vor dem Morgenessen eine Post... um all unsere Einkäufe zu verschiffen, damit unsere Rucksäcke wieder etwas leichter ist. Wir haben weiss ich nicht wieviele Paar Schuhe eingekauft.... und zahlreiche Arbeiten aus Stein, welche für das Gewicht der Rucksäcke nicht besonders förderlich sind. Doch das Paket ist noch etwas gross... und so warten wir noch bis zur nächsten Station, um das Paket abzusenden...
Nach einem Morgenessen auf der Strasse an einer Garküche planen wir die Route: Die Idee ist, mit dem Bus nach Tiruvannamalai zu fahren, wo es einen eindrücklichen Hindutempel geben soll... doch die Busverbindungen dorthin scheinen nicht sehr einfach zu sein... Wir erfahren, dass die beste Verbindung über die ehemalige französische Kolonialstadt Puducherry (oft auch Pondi oder Pondicherry genannt) geht. Wir haben die Idee, in Pondi ein Motorrad zu mieten um damit einen Tagesausflug nach Tiruvannamalai und Gingee zu machen... In Pondi lassen wir uns von einer Riksha zu einer Motorradvermietung bringen... der sympathische Besitzer zeigt uns drei geeignete Motorräder... doch da Pondi in einem politisch getrennten Unionsgebiet liegt, dürfen wir mit diesen das Unionsgebiet nicht verlassen und können somit nicht nach Tiruvannamalai fahren. Also sind wir gezwungen den Plan zu ändern... und fahren stattdessen mit dem Bus weiter in die Grosstadt Trichy (eigentlich Tiruchirapalli). Die Fahrt daürt den ganzen Tag.In Trichy erwartet uns eine chaotische, laute, extrem überfüllte und hektische Stadt. Wegen der katastrophal schlechten Touristenkarte in unserem Reiseführer finden wir ein Hotel nur durch Umwege... Diese Tage sollten wir Nömi und Alfi treffen. Gegen Mitternacht kommt der Portier und berichtet uns, dass Alfi angerufen hat... dann machen wir ab, dass wir am nächsten Morgen um 9h bei Nömi und Alfi im Hotel sein werden.

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Mittwoch 11. Juli 2012: Trichy

Um im grossen Chaos der Millionenstadt Trichy unsere Nerven zu schonen (die Busse hier sind alle soooo voll, dass die Leute aussen an den Türen hängen, weil es innen schon längst keinen Platz mehr gibt...).... nehmen wir ein Tuktuk, welches uns ins Hotel Famina von Nömi und Alfi bringt. Als wir um 9h eintreffen, ist Alfi schon am Eingang und erwartet uns. Freudiges Zusammentreffen, doch Nömi leidet an Bauchkrämpfen und Fieber...
Ihrem Vorschlag im Restaurant des Hotels zu Früstücken können wir leider nicht wahrnemen, weil der klimatisierte Saal völlig versnobt und steril wirkt. Stattdessen gehen wir vor dem Hotel an einer Garküche Idris (Reiskuchen mit Currysaucen) essen.

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Danach wechseln wir in ein anderes (weniger versnobtes) Hotel und besichtigen dann den Rock-Fort Tempel: Dieser befindet sich auf einem ca. 80 Meter hohen Granitmonolith mitten in der Stadt. Vom architektonisch ziemlich verschandelten Tempel aus hatten wir eine Rundumaussicht auf die chaotische Stadt.

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Anschliessend verbringen wir die Mittagspause in einem lokalen Restaurant, essen Dosas und trinken Mango-lassi. Dann bringt uns eine weitere Riksha zum Haupttempel: Sri Ranganathaswami. Der Anblick imposanter Hallens und Gopurams (Türme) aus Granit und Sandstein (?!) entschädigt uns für den Rock-Fort Tempel und für das (manchmal stressige) Chaos in der Stadt...

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Ein Führer bietet uns eine Führung an... welcher sich als sehr kompetent und liebenswürdig herausstellt. Der riesige Tempel hat extreem viel zu bieten und ist mit über 1000 wunderschön bearbeiteten figürlichen Steinsäulen dekoriert. Zum krönenden Abschluss des Besuchs sehen wir einen Elefanten, welcher im Tempel mit seinem Rüssel die Glaübigen segnet.

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Danach sind wir erschöpft, verteilen die söben gekauften Bananen an Bettler und kehren zu viert in einer Riksha eingeklemmt zurück zu unserem Hotel.Am Abend rufen wir den Fahrer Raja an, den wir am Morgen getroffen hatten. Er kommt zu uns in die Hotellobby und wir einigen uns auf einen 2 tägigen Ausflug im Privatauto mit ihm.

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Anschliessend gabs zu viert ein grosses und gutes Nachtessen in einem Restaurant nahe des Hotels. Gegessen wird hier mit der (rechten!!!) Hand (links ist Fudihand... denn hier sind alle Sans-Papiers) auf Bananenblättern. Danach machen wir uns auf den Weg zu einer Telefonbüro, um endlich mit dem Töli zu sprechen. Und siehe da... es klappt und Töli nimmt sogar das Telefon ab und meldet sich mit piepsender Stimme: Nina Walker... Wir freün uns sehr, dass es dem Töli gut geht und es fit und munter ist!!! Anschliessend finden wir einen der hier seltenen Wine-shops, wo wir uns zwei Flaschen "Monitor-Whiskey" zur Vorbeugung der hier allgegenwätigen schädlichen Bakterien dienen soll.

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Im Hotel geht Eva duschen und schüttet sich ein ganzes Fläschlein öl auf die Haare: Sie hatte gemeint, der Inhalt des Fläschchens sei der Originalverpackung entsprechend Shampoo... was leider nicht der Fall war... grosser Lacher und öliges Haar!!!


Donnerstag 12. Juli 2012: Von Trichy nach Thanjavur

Eva wacht auf mit Magenkrämpfen und Durchfall. Den ganzen Tag ist sie mit Bauchweh geplagt. Pünktlich um 8h00 kommt uns Raja vor dem Hotel Sevanna in Trichy mit seinem kleinen Tata-Auto abholen. Wir stopfen all unser Gepäck in den winzigen Kofferraum und fahren in Richtung Thanjavur los. Eva leidet an Bauchkrämpfen und fühlt sich schlapp. Unterwegs sehen wir eine riesige Kraftwerksfabrik, welche vom Heizkessel über die Turbinen bis zum Generator alles herstellen. Anschliessend sehen wir lauter riesiger Masten von Windgeneratoren in der Landschaft umherliegen.
In Thanjavur angekommen, bringt uns Raja direkt zum Brihadeshavara-Tempel: Das Tempelareal ist von einem ausgetrockneten Wassergraben und einer Maür umgeben. Direkt nach dem Eingangstor erwartet uns ein Elefant, welcher Eva mit seinem Rüssel und einer Münze segnet, was Eva sehr beglückt. Spektakulär ist ein 4 Meter hoher und 5 Meter langer Nandi-Stier aus schwarzem Granit, welcher in einem offenen Säulentempel steht. Nandi ist der Stier, auf welchem sich der Gott Shiva bewegt (deshalb sind hier Kühe heilig...).

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Im hinteren Teil der Anlage befindet sich der eigentliche Hindu-Tempel mit dunkeln Hallen, welche von fein verzierten Säulen aus Granit getragen werden. Eva kämpft sich die Treppen hoch, Mama-Töli ist krank! über dem Abschluss des Tempels befindet sich ein rotbrauner hoher Turm aus Granit, welcher mit einen kugelförmigen Stein, welcher 80 Tonnen wiegt, abgeschlossen wird. Im 11. Jahrhundert wurde dieser mit einer 2 km langen Rampe von Elefanten auf den Spitz des Turms gezogen. Rund um den Tempel befindet sich ein Korridor mit hunderten von Shiva-Lingams (Fruchtbarkeitssymbolen) aus schwarzem Granit. Die ganze Anlage ist sehr ästhetisch und äusserst beeindruckend!
Anschliessend bringt uns Raja zum Palast (und Museum) des damaligen Königs. Eva schlägt sich durch die Gemächer. Wir sehen Hallen voller kunstvoller Skulpturen aus Stein und aus Bronze oder Kupfer, welche meist die indischen Götter darstellen. In den Stockwerken darüber befindet sich -aus welchen Gründen auch immer- das Skelett eines Wals, welcher 1926 an die Küste geschwemmt wurde. Nebenan die farbenfrohe Halle, in welcher der König seinen Tron hatte. Hier liegen die Schätze der vergangen Zeiten in heruntergekommenen, unbeleuchteten und verstaubten Vitrinen. Uralte Türen liegen am Boden im Dreck. Alles macht ein recht ungepflegter Eindruck. Immerhin dürfte sich die Echse im Dschungel des Gartens wohlfühlen...

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Die Fahrt geht weiter nach Kumbakonam. Unterwegs essen wir in einen Landrestaurant bei eine Emu-farm Zmittag, doch Eva ist noch immer nicht fit und ruht sich auf einer Sitbank unter Palmen neben einer Emufarm aus. Unterwegs hat Raja einen missionarischen Schub seines christlichen Glaubens. Nach seiner Konvertierung zum Christentum meint er, die letzte Wahrheit gefunden zu haben.

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östlich von Kumbakonam zeigt uns Raja ein paar kleinere ländliche Tempel. Hier war eher der Kontakt mit den Einheimischen als die Architektur spannend: In einem der Orte kamen eine Schar Fraün in bunten Saris auf uns zu und begrüssten uns neugierig: Wahrscheinlich haben sich noch nie zuvor weisse Reisende in diese Orte verirrt. Jemand fragte, weshalb unsere Haut so weiss ist... wahrscheinlich dachten sie, wir seien krank (Pigmentfehler)... Beim zweiten Tempel bleibt Eva wegen den Bauchkrämpfen im Auto.... während wir den Tempel besichtigen gehen. Nömi ist mit ihrer weissen Haut und blonden Haaren der absolute Mittelpunkt der Aufmerksamkeit einer ganzen Schar von Fraün... sie laden uns ein... möchten mit ihr Tanzen und lassen sich von den Männern unablässig fotographieren.

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Auch fehlen an keinem Ort zum Teil aufdringliche Bettler, welche die Früchte, welche wir ihnen zuweilen anbieten, verschmähen. Die müssen dann leer ausgehen, wenn sie aufdringlich werden, sowieso!
Nun ist schon wieder 17h und Zeit, um die Rückreise nach Thanjavur anzutreten. Im chaotischen Verkehr Indiens, bei welchem jederzeit und immer überholt werden darf, kommen wir nur langsam voran (im Durchschnitt mit rund 40 km/h), so dass wir erst nach Einbruch der Dunkelheit in Thanjavur eintreffen. Dort kaufen wir ein Anti-Spasmikum, was Eva die Bauchkrämpfe lindert und Eva ermöglicht, ohne Bauchkrämpfe am Abendessen teilzunehmen. Wir übernachten in einem Hotel mit einer modernen Fassade irgendwo an einer Strasse in Thanjavur. Abends sehen wir eine Anzeige, welche uns verrät, dass es noch immer 34 Grad warm ist.


Freitag 13. Juli 2012: Thanjavur nach Madurai

Happy Birthday, Max!!! Wir stossen auf Dich an, alles Gute!!
Der Zustand von Evas Bauch hat sich deutlich verbessert: Keine Magenkrämpfe mehr und Eva ist wieder einigermassen fit: Jedenfalls so fit, dass sie bei alen Sehenswürdigkeiten dabei sein kann. Wir beginnen damit, ohne Frühstück (nach dem gestrigen fulminanten Nachtessen hatte sowieso niemand hunger) von Thanjavur nach Pudukottai zu fahren. Unterwegs treffen wir auf eine Herde von Affen. Eva verfüttert eine unseren Mangos...

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Ein paar km weiter ist der Strassenrand gesäumt mit Ständen, welche Cashewnüsse verkaufen. Zum Glück sind wir mit dem Auto unterwegs und können anhalten, um welche zu kaufen.

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Dann besichtigen wir in Pudukottai das majestätische Schloss... ein Gebäude, welches wiederum durch seine kunstvoll verzierten Granitsäulen besticht. Eva fühlt sich hier beruflich sehr zu Hause: überall wurde und wird Stein gehaün!
Raja bringt uns zu einem aus der Ebene emporragenden Granitfels in welchem sich wiederum ein kleiner Tempel sowie Höhlenmalereien aus dem 7.Jahrhundert n.Chr. befinden sollen. Wir finden den kleinen Tempel, bezahlen dort den regulären Eintritt von 100 Rupien (ca. 2 Franken) pro Person (anstatt den 5 Rupien, welche für Inder verlangt werden... das sind x mal mehr... wie gross ist x???) für die Besichtungung des kleinen, in den Granitfelsen gehaünen Tempels, in welchem drei Buddhafiguren im Lotussitz zu sehen sind. Gleich nebenan führt ein Weg auf den Granitberg hoch... und hier steht nochmals eine Kasse, welche uns gleich nochmals 100 Rupien abknüpfen möchte (auf der Strasse kann man beqüm für 20 bis 30 Rupien essen)... Wir beschliessen die Zahlung zu verweigern und uns qürzustellen... einmal einen Ausländerzuschlag sollte doch reichen. Nach einer längeren Diskussion werden wir ohne zu zahlen hineingelassen. Wir steigen den Felsen hoch.... und dort, wo sich die Felsmalereien befinden sollten.... sehen wir eine dicke Absperrung und ein paar Teenager, welche über das Gitter geklettert sind. Aber ausser ein paar bescheidenen Steinarbeiten ist wenig zu sehen. Auch sonst... das Eintrittsgeld wäre für diesen Ort völlig überrissen gewesen.
Dann fahren wir wieder nach Pudukottai zurück und fahren von dort aus 16 km nordwärts. Raja fragt sich nach dem verlassenen Hindutempel Vijayalaya Cholisvaram beim Dorf Natharmalai durch. Raja parkiert das Auto bei einem See voller blühender Lotusblumen... von wo aus wir ca. 500 Meter einen Felsen aus rotem Granit hochlaufen, bis wir auf einen verlassenen Tempel stossen, welcher wirklich sehr sehenswert ist.

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über Mittag werden wir in einem Restaurant am südlichen Ende von Pudukottai buchstäblich gemästet. Die Weiterfahrt nach Tirumayam zeigt eine unspektakuläre Festung auf einem Granitfelsen. Der Eintritt kostet auch hier 100 Rupien für Ausländer (und 5 Rupien für Inder). Das Beste am Besuch war, dass uns der Portier beim Verlassen der Anlage die Tickets wieder einzog... und uns verdächtigerweise Gratisprospekte in die Hand drückte. Dem Fahrer hat er dafür 200 Rupien Schmiergeld angeboten. Dieser lehnte ab.... doch der Portier hat die Tickets trotzdem eingezogen und ich habe versifft, dafür ebenfalls ein bisschen Schmiergeld zu verlangen... so kann er die Tickets nochmals verkaufen. Weiter südlich, um Karaikkudi herum bekommen wir die riesigen (meist unbewohnten) Villen der Reichen Inder zu sehen, welche mitten in den sonst üblichen Slums stehen. Unser Fahrer erklärt uns, dass es ein regelrechtes Wettrennen unter den Reichen gibt, wer die schönste und grösste Villa besitzt. Aber ansonsten gibt es in Karaikkudi ausser den allgegenwärtigen Abfallbergen und den vielen Menschen wenig zu sehen. Um 17h treten wir die zweistündige Weiterfahrt in die Grossstadt Madurai an. Die Strassen sind in recht gutem Zustand und die Leute fahren in der üblichen chaotischen manier. Abblendlicht und Scheinwerfer werden ohne erkennbares System eingesetzt.... aber im Allgemeinen eher umgekehrt als bei uns: Wenn einer entgegenkommt, werden die Scheinwerfer angeschaltet...
Abends treffen wir in Madurai ein und weil ein Festival ist, finden wir nur mit etwas Mühe ein mässiges Hotel: Dunkle, enge Zimmer mit stickiger Luft. Dann bezahlen wir unseren Fahrer Raja und verabschieden uns von ihm. Eva Magenverstimmung scheint sich zwar verbessert zu haben, ist aber noch nicht gut. Nach dem Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant legen wir uns müde schlafen.


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